Sonntag, 31. August 2014

Great Ocean Road Geelong, Torquay, Aireys Inlet

Am 21.August setzen wir also endlich unsere Reise fort. Nach einer schnellen Verabschiedung von unseren Chefs und den in Robinvale verbleibenden Kanadiern, bepacken wir unter Diskussion der besten Vorgehensweise, Trevors Dach.



Was darauf mittlerweile mitgeschleppt wird, ist schon beachtlich. Rücksitzbank, Essensvorratskiste, Haushaltskiste, Stühle, Tisch, Wäschespinne, Schnorchelsets, Surfbrett und diverse Autoinstandhaltungsdinge, wie Ersatzrad, Kühlflüssigkeit und co.

Mit neu gekaufter Plane und frisch geölten Spanngurten wird alles fest gezurt und nach einem kurzem, aber heftigen Stromschlag den Mike beim Befüllen der Batterie erleidet, geht die Reise mit drei h Verspätung los ;)

Tag eins hat nur ein Ziel: Endlich wieder am Meer ankommen! Weiß ja schon gar nicht mehr wie das aussieht! Geelong ist unsere Endstation für heute und nachdem der erste Spanngurt nicht richtig fest gezogen war und unsere nagelneue Plane massiv beschädigt ist... siehe da - nach acht Stunden kann ich es riechen und hören. The Great Ocean

Nach der ersten Nacht auf unseren neuen, diesmal TÜV geprüften Airmatratzen fühle ich mich blendend. Gut unsere Plane hat gelitten, aber 10% Verlust müssen doch immer einkalkuliert werden, oder?!

Wieder auf Reisen geht’s zurück in den alten Traveltrott - frühstücken, Sandwichs für Lunch schmieren, Route ausgucken, ab geht’s.





Drehe deinem Essen nie den Rücken zu... Dämliche Vögel... Mein schönes, liebevoll geschmiertes Sandwich...














Geelong wird erfolgreich besichtigt, eine heiße frei Dusche mittels ´Wikicamps´wieder schnell gefunden und es geht’s straigth auf die ca 246 km lange Great Ocean Road Great_Ocean_Road nach Torquay und DEM Surfer Strand ´Bells Beach´. Zum Surfen ist es allerdings noch zu kalt, obwohl sich tagsüber der mittlerweile herrschende australische Frühling von seiner schönsten Seite zeigt























Nach einem kurzen Abstecher an einem verträumten Leuchtturm in Aireys Inlet landen wir am Abend im verträumten Lorne. 








Kaum ausgestiegen, schließe ich wie immer das Auto ab, nicht wissend, dass Mike den Schlüssel stecken lassen hat... Türen zu, Schlüssel im Auto, inklusive Meinem... und achja, wir wollten ja noch den Ersatzschlüssel zurück legen. Wollten...

Glücklicherweise hab ich noch mein Handy einstecken, gerade noch genügend Akku und kann den Pannendienst rufen, der uns nach einer h aus unsere Notlage befreit. Kostenfrei! Haben zum Glück bei Registrierung des Autos auch eine Sachschadenversicherung abgeschlossen, die das mit abdeckt... 

Nach 2h Bombenstimmung lachen wir bei einem Gläschen Wein herzhaft über die ersten zwei Tage back on the road. 

Plane kaputt, erste Vogelattacke und Pannendienst bemüht. Für uns keine schlechte Bilanz ;)


Mittwoch, 27. August 2014

Binjara Vine Nursery

Jeden Morgen um acht geht es für uns 10 Reisende los. Sechs Mann (2 Kanadier, 2 Schotten, 2 Engländer) kennen wir ja schon, zwei Iren sind noch dazu gekommen. Ein bunter Nationenmix wohnt also zusammen unter einem Dach – das kann interessant werden



Die erste Woche sind wir damit beschäftigt Bambusstöcke aus dem Boden zu ziehen, an denen bisher junge Weinpflanzen hochgewachsen sind.
Alle Anwesenden sind höchst motiviert, schließlich gibt es aller 2h bezahlte Raucherpausen und eine halbe Stunde Lunchbreak.







16Uhr wird sich ausgelogt und die Klassenfahrtstimmung setzt sich zum Feierabend im Haus fort, schließlich beginnt endlich die Fussball WM! Welch Glück für uns dass wir im social room einen recht netten flatscreen stehen haben ;) Um die Sache interessanter zu machen, gibt es eine Hauswette, jeder zieht 4 Teams aus einem Pot, bei 10$ Einsatz – lucky me zieht Costa Rica, Italien, Argentinien, Deutschland, sodass der housepot am Ende doppelt an mich ging.







 Mike wettet gleich am ersten Tag auf ein paar Spiele an der örtlichen TAB Maschine und gewinnt mit 10$ Einsatz unglaubliche 1022$! 
Von nun an wurden sich Wecker gestellt, denn die Spiele laufen morgens um zwei oder vier oder um sechs, aber was soll´s, es ist ja nur einmal WM aller vier Jahre! 








In Woche zwei sind alle Bambusstöcke erfolgreich aus der Erde befördert und das Aufgabenfeld ändert sich. Während die Männer zusammen mit zehn kambodschanischen Kollegen die verbleibenden Weinpflanzen aus der Erde ziehen, waschen und schneiden die Damen diese Pflanzen auf ein bestimmtes Maß zurecht. Aha, unsere Chefs ziehen also junge Weinreben heran und verkaufen diese dann an die umliegenden Farmer, die diese dann einpflanzen und Trauben daran wachsen lassen.

Meine Wenigkeit wird allerdings sofort vom Zurechtschnippeln abgehalten und ins ´Qualitätsmanagement´ befördert. Ich bekomme alle zugeschnittenen Weine auf den Tisch und muss nach erster und zweiter Qualität sortieren und diese jeweils zu 50-iger Bündel ordentlich sortieren bzw nochmal nachschnipplen usw. Herrlich!



Trotz erster Waschung ist das immer noch ne ziemlich schlammige Angelegenheit und ich bekomm ein neues Arbeitsoutfit



Sobald die Jungs genug für einen Tag aus der Erde gezogen haben, helfen sie beim Stutzen und so steh ich da, an einem ewig langem Tisch eingekreist von in der Höchstphase 15 Kollegen, die mir alle ihre Werke auf den Tisch knallen und die nächsten Pflanzen bearbeiten. Wenn die Stapel größer als ich werden, darf ich mir eine der anderen Damen aus unserem Haus zur Unterstützung dazu holen... Am Tag zähle und bündel ich knapp 15.000 Weinreben, vier Wochen hintereinander von So-Fr.



Die Arbeit ist also bisher easy, wenn auch eintönig und wir zehn wachsen langsam zu einer Familie zusammen.
Nach Feierabend ist in Robinvale nicht wirklich was zu tun, also sitzen wir abends bei Wein, Bier und Musik am Lagerfeuer zusammen und tauschen die unterschiedlichsten Kultureigenheiten aus, wobei ich schnell lerne, dass die Sprache Englisch nicht überall auf der Welt gleich klingt... Den irischen Akzent versteh ich erst nach drei Wochen so halbwegs... 
Mal lassen wir kleine Feiern in unserem Haus am Wochenende steigen, manchmal fahren wir zehn km mitten in den Busch um auf lustige Gesellschaft zu treffen. Aber gelohnt hat es sich immer und gelacht haben wir sehr viel, wobei ich es mir jetzt spare, die unzähligen Feierbilder hoch zuladen ;) Nach drei Wochen in Robinvale kennt uns auf jedenfall schon das ganze Dorf.

Neben Besuchen am Strand des vor der Tür liegenden Murray Rivers gab es noch eine einzigartige Freizeitbeschäftigung für mich (Mike war dafür nicht zu begeistern) - Schießen! Mit echter Monition und echten Waffen! Was für ein unvergessliches, mächtiges  Gefühl, auch wenn wir ´nur´auf Eimer geschossen haben, da ich nie ein Tier erlegen könnte. 















Außerdem fanden wir heraus, dass im örtlichen Club jeden Sonntag ein Pokerturnier veranstaltet wird - klar dass wir mit am Start waren, unser Glück versuchten und auch das ein oder andere mal erfolgreich die Pokertische verließen.

Nach insgesamt sechs Wochen waren alle Weine aus der Erde gepult, verbündelt und versandbereit. Die Arbeit wurde also knapp, somit mussten die ineffizientesten Arbeiter aus unserem Haus gehen und die vier fleißigsten Streber durften bleiben, darunter natürlich die immer pünktlichen Deutschen ;)

Endlich ein neues Aufgabenfeld! Zugegeben, am Ende konnte ich keine Reben mehr sehen und selbst das Zählen bis 50 in sieben verschiedenen Sprachen, brachte keine Abwechslung...

Bevor die Rebsorten in die Erde kommen und an Bambusstöcken hoch wachsen, mussten diese erstmal erschaffen werden. Wenn man also eine Bestellung für die nächste Saison bekam, die da hieß ´kernloser Merlot´musste eine Merlotrebe mit einer kernlosen Sorte gekreuzt werden. Unter hohem, mechanisch erzeugtem Druck brachte ich dies mit ein wenig Übung erfolgreich zu stande










Dann ab in die Wärmekammer, damit die neuen Sorten wurzeln können und damit die Weine nicht beim pflanzen ihre Köpfe verlieren, wurden sie vorher noch mit Wachs veredelt










Sobald das erledigt war, brauchten sie nur noch in kleine Papierboxen liebevoll gepflanzt werden, bis die Wurzeln schließlich groß genug fürs Feld und die Bambusstöcke waren.












Dank diesem abgeschlossenem Kreislauf und meinen tausenden Fragen zwischendurch kann ich nun meine eigene Winery in Meißen aufmachen. Wie man Felder bestellt und so ein Zeug, verrät mir bestimmt google ;)

Die 2 1/2 Monate in Robinvale waren vorbei wie im Flug, gefüllt mit Erfahrungen fürs Leben, dank großartiger Menschen die ich traf und dem Wiedersehen meiner geliebten Eltern bei einem viel zu kurzem Abstecher in Melbourne.

Nach neun Monaten Down Under geht die finale Reise einmal rings um Australien endlich weiter (mit deutlich mehr Blogeinträgen!) und dabei liegt noch so viel vor uns...

Three month of freedom - we are so ready for it




Weiße Planen soweit das Auge reicht

Am nächsten morgen sieht die Welt doch schon wieder viel besser aus...

Wir 8 von den 16 Backpackern beschließen also selbst mal zu gucken, was der Robinvaler Arbeitsmarkt so her gibt und siehe da, 2km weiter links im Nirgendwo sucht eine Nursery (Baumschule) noch acht Leute, die ab der nächsten Woche alles erledigen, was so in einer Wein-Baumschule anfallen kann. Das Ganze mit 20$ Stundenlohn und allen gesetzlichen Bonis, die es gibt. Unsere Namen werden notiert und es gilt nur noch 2 Wochen in diesem Haus über die Runden zu bringen.

Ein anderer Farmer sucht für 15$/h (natürlich cash auf die Hand) Unterstützung in seinem bereits bestehendem Team um in der kompletten Region riiiiesige Planen von Weinreben zu ziehen. Die Planen dienten bis zur Ernte als Schutz der Weintrauben vor Sonne, Regen und allen anderen Witterungsbedingungen. Ernte vorbei, Planen müssen also überall wieder runter.

Das zu bearbeitende Gebiet ist riesig - Wir haben zum Glück ein Auto, sind damit im Team aufgenommen. Wer zuerst die drei freien Rücksitzbankplätze in unserem Auto erspringt, begleitet uns die nächste Woche ebenfalls ;)

rechts: Weinreben mit Plane, links: bereits entplant, Mitte: 22 Backpacker auf der Ladefläche eines Trucks die von Feld zu Feld gefahren werden, im Hintergrund das Aufpasserauto - sammelt heruntergefallene Backpacker wieder ein ;)


Die weißen Planen sind mit 15cm langen Nägeln befestigt. Man fängt links von einer Zeile an, zieht alle Nägel raus, kommt auf der anderen Seite unter selbigen Arbeitsmuster wieder zurück, nur dass man beim Zurückkommen die nun lose Plane hinter sich herunter zieht und möglichst gerade auf den Mittelweg zwischen zwei Zeilen wuchtet.















Am Ende kommt dann eine ´hochmoderne´ Maschine, wickelt die Planen zu riesigen Rollen auf und die Jungs wuchten diese Rollen dann zur Seite











Tag ein, Tag aus heißt es am Morgen in Kolonne zum nächsten Weinfeld, Nageltasche umgebunden, Finger abgetaped (sonst rammt man sich den Ein oder Anderen direkt in den Daumen) und los gehts.

Nageltasche und abgetapter Daumen + Zeigefinger - ein Muss!


Eigentlich ein easy Job, wären da nicht rostige Nägel (die man aus Verzweiflung dann auch mal anbrüllt, weil sie nicht rauskommen wollen) oder heimtückische Wasseransammlungen auf den Planen, die einem morgens um acht bei 3´C eine erfrischende Dusche geben... Und gerade wenn man seine eigenen Planen immer im Blick hat, erwischt einen das frostige Nass vom Cover der Person, die die nächste Weinzeile entplant... Aber es geht immer schlimmer und zur Motivation hält unser Chef meistens ein Barbeque zum Mittag bereit. Australier und ihr Barbeque... Egal in welcher Einöde man steht, ein ´Barbi´ geht immer!

Trevor natürlich immer mit am Start


Unseren Lohn gibt es zum Glück immer pünktlich am Ende der Woche und Chefchen ist zufrieden mit unserer Arbeit, sodass wir eine Stadt 4h entfernt von Robinvale besuchen können (natürlich um zu arbeiten), aber unser Chef bezahlt für Hotelübernachtung, mit sauberer warmer Dusche und komfortablen Betten und einer Heizung im Zimmer! Wenn man in so einem herunter gekommenen Haus wie unserem wohnen muss, wird man dankbar für jeden alltäglichen Luxus...

Wieder ´zu Hause´nach einem erneuten Tag, an dem wir durchnässt Heim kommen, in ein 5´C kaltes Zimmer und ohne verbleibendes warmes Wasser in der Dusche, reicht es mir. Ich kaufe für alle Zimmer im Haus Heizlüfter und gebe die Quittung, anstelle meiner wöchentlichen Miete ohne eine Diskussion zu zulassen, unserem Vermieter.

Doch dann haben die zwei Wochen endlich ein Ende und wir ziehen zwei Kilometer weiter in ein neu renoviertes, beheiztes Farmhaus und können endlich unseren neuen Job in der Nursery beginnen – 

Welcome Working Paradies!

Donnerstag, 19. Juni 2014

Wein! Sonst wein ich.

Nach erstaunlich wenig Gerangel in Küche und Bad gehts am nächsten Morgen pünktlich los.

Da der Herbst Einzug gehalten hat und die Traubenernte vorbei ist, gilt es jede Art von Nacharbeiten zu erledigen. Für den ersten Tag heißt das die einzelnen ´Arme´ der Weinreben um den vorgespannten Draht zu wickeln, damit dort in der nächsten Saison neue Trauben wachsen können. Ahhh ja, solange mir das einer zeigt, kein Problem.

Felix erklärt uns, dass wir heute bereits beschnittene Weinreben vorfinden werden und pro Pflanze 0,90 $ verdienen, was recht viel ist, denn laut seiner Aussage, braucht man pro Pflanze knapp 2 Minuten.

8:00 Uhr folgen wir und sechs andere Neuankömmlinge des Hauses einem asiatischen Australier auf ein Weinfeld (aha! wir arbeiten also nicht für Felix, sondern er vermittelt hier nur vor Ort. Wenn man Dinge selbst rausfinden kann, bleibts wenigstens immer spannend!) 

Auf dem Weg halten wir am China Shop um für 37$! pro Person Gartenscheren zu kaufen, denn die Reben sind zwar beschnitten, aber es werden immer 2-3 Arme mehr am Rebstock gelassen (für den Fall, dass uns einer abbricht beim wickeln) Wenn nicht, muss der Überschuss entfernt werden.

Kaum angekommen erklärt uns der Farmer vor Ort (mal sehen, wieviele Arbeitsvermittler bis zur Bezahlung noch kommen), dass es nicht 0,90$ sondern 0,80$ pro Pflanze zu verdienen gibt und die sehen so aus!



Nachdem wir mit ihnen fertig sind, sollen sie aber so aussehen


















Tun sie auch, allerdings schafft man selbst mit Übung nicht mehr als 6 Pflanzen in einer Stunde und wir kommen nach 8h Arbeit auf einen Stundenlohn von 3,60$! Und da sind wir schon schnell, sechs der acht anderen Mit-Leid-Geplagten kommen nur auf 2$ die Stunde. Es sei nochmal erwähnt, dass der Mindestlohn bei über 16$ / h liegt....

Mehr als frustriert und mit den tollsten Ausreden der Farmer und Felix gehts abends ´nach Hause´, ohne Arbeit am nächsten Tag denn es soll regnen, da arbeitet hier angeblich keiner.

Sitzen 2 Kanadier, 2 Schotten, 2 Engläner und 2 Deutsche völlig demotiviert auf einer Terasse und beobachten, wie eine Ratte versucht aus der Mülltonne ins Haus zu springen...

Mit diesem Anblick und bei Wein und Bier fasse ich für alle den Tag zusammen

-morgens eine tote Kakerlake im Bett beim Aufwachen
-eiskalte Dusche genommen, denn der Warmwassertank reicht nur für 4 Personen
-sämtliche Zimmer des Hauses benötigen eine Reinigungsaktion
-ein Tag Arbeit voller Beschiss für Sklavenlohn
und beim Bezug unseres Zimmers ist das Bett zusammen gebrochen

Als ich noch einwerfe, dass wir mit knapp 28$ Tageslohn noch nicht mal diese scheiß Gartenscheren erwirtschaftet haben, müssen wir alle laut loslachen und beschließen am nächsten Tag eine alternative Arbeitsstelle zu finden. Wir sind also die neuen Mexikaner in Robinvale! Oder Spargelpolen?!

Mit Mikes letzten Worten aus Melbourne im Ohr schlafe ich in unserem 8´C kalten Zimmer ein

"Schlimmer als auf der letzten Farm kann es doch nicht mehr werden"

welcome to the middle of nowhere

Nun denn auf zum nächsten Abenteuer... Gemüse ernten kam aber nach der ersten schmerzenden Erfahrung für mich nicht mehr in Frage! Was gibt’s noch in Australien? Wein!

Zwei Monate arbeiten auf den riesigen Weinfeldern Australiens soll uns das restliche Kleingeld einbringen, damit wir bis November komplett reisen können, schließlich fehlt uns noch der ganze Westen und Norden Australiens, um die Rundreise komplett zu machen. Trevor wurde nochmal zum Wellnesstag (Ölwechsel, Zündkerzen wechseln usw) geschickt und los gings.

Ein Farmer war über die entsprechenden Seiten schnell gefunden, der uns den entsprechenden Verdienst und Arbeitstage in Aussicht stellte
(Mindestlohn für Farmarbeit liegt bei - in der Praxis irrealen - 16,37$)

Ja gut dann ab nach ´Robinvale´ ca 700 km direkt ins Landesinnere und an Australiens wasserreichsten Fluss - den Murray River
.


Auf dem Weg reiht sich eine Pferderanch an die nächste riesige Wiese, mal ein! Baum oder nie enden wollende Seen bei feinstem Wetter.

Irgendwann tauchen in steigender Quantität diverse Warnhinweise auf

Schnäppchen
























Wenn man das Robinvale Gebiet betritt, darf man also keinerlei Obst mit sich führen - Fruchtfliegen sind hier eine Plage. Kein Wunder, folgt nun langsam ein Weinfeld dem anderen.
Bloss gut das wir uns am letzten Melbournetag auf den Victoria Marktes schön mit Obst eingedeckt haben, aber laut Mike ist ja zum Sonntag keine Polizei unterwegs... Exakt 2,5 Minuten später werden wir angehalten.

Alkoholkontrolle! Zum Glück interssiert sich keiner für unsere Vitamine im Auto und die nette ´google maps´ Navigationsstimme flötet erneut ´bitte folgen Sie dem Strassenverlauf für 250km geradeaus´... Passiert mir in Deutschland wahrscheinlich nie.

Robinvale - irgendwo im nirgendwo
400! Einwohner
1 Tankstelle
1 überteuerter Supermarkt
1 China Shop, wo es ALLES gibt
1 Pub
1 Bank
1 Post Office
1 Golfclub (gibt zwar sonst nicht viel, aber ein Golfclub muss überall in Australien sein)

Nach fünf Minuten ist ´die Stadt´erkundet...
Unser Farmer Felix zeigt uns den Weg zum neuen Sharehouse. Ein einsames, adressloses doppelstöckiges Haus, mitten auf einem riesigen Feld. Sieht doch gar nicht so schlecht aus...



Leider nur von außen.

Im Inneren finden wir mal wieder Schmutz und Chaos in allen Varianten. 16 Leute wohnen hier, aufgeteilt auf vier Zimmer.

Am nächsten Morgen ziehen erst 8 Mann aus, also lande ich auf dem Boden eines 6 Mann Zimmers. Keine zwei Minuten später fängt die erste an zu schnarchen, klaro!

Na wenigstens können wir morgen gleich anfangen zu arbeiten... Bin wie immer euphorisch mit dem was uns erwartet!

Erfreue ich mich vorerst an den wesentlichen Dingen - Schönheit des Kontinents

Samstag, 31. Mai 2014

Melbourne... Wo ist nur die Zeit geblieben?


Zwei Monate sind vergangen, ohne detaillierte Neuigkeiten aus Down Under?! No Way! Ohne mich großartig zu rechtfertigen (was ich hiermit tue) sei gesagt - ja ich war schreibfaul und! im Arbeitsstress - bitte verzeiht.

Und schon ist die Melbourne Zeit vorbei, hier nun ein kurzes... Resümee!

Ende März hieß uns die südlichste Millionenstadt dieser Welt als neue Melburnians willkommen. Unser Apartment im beliebten Stadtteil ´St. Kilda / Elwood` (mit St. Pauli zu vergleichen und nur 2 Gehminuten entfernt vom Beach) war dank ´airbnb.com´ wieder schnell gefunden, auch wenn wir recht fix merkten, dass es hier -ähnlich wie in Sydney- sehr kostspielig zugeht.

But the best things in life are still for free.




schnell gefundener Lieblingsplatz, Elwood Pier



















Das übliche also zu Beginn und fortwährend - Jobs finden! Neuer Bundesstaat, Victoria. Natürlich wieder ein neues Alkoholzertifakt bestehen, ohne dem ging wie im Rest Australiens, überall nix in der Gastronomie.

Nach einigen Tagen war ich voll im Team einer Pizzeria integriert und dank einer kostenfreien Agentur, die Kellner vermittelt, wurde bald auch das Messezentrum mein neuer Arbeitsplatz. Menüs für 500-1500 Leute rauszuschmeißen ist dann schon was anderes als die Familienpizzeria nebenan, allerdings immer begleitet von den tollsten Livebands.
So macht arbeiten auch dirket Spaß, mal abgesehen vom ständigen Begleiter - Oberarmuskelkater













Außenplätze der Pizzeria, ja es gibt häßlichere Arbeitsplätze




Mein aus Sydney mit ´geschlepptes´ Fahrrad erwies sich als wahrer Segen.
Radfahrer sind hier sehr willkommen - überall ausgebaute Fahrradrouten (die man sich mit sehr vielen Skatern teilt) und mein fast täglicher Arbeitsweg ins Zentrum (one way knapp 9km OHNE VERFAHREN) führt mich permanent am Beach und Meer entlang und quer durch die schönsten Parks, inklusive des durch die Formel 1 berühmten Albert Parks.





Botany Garden - High security zone



Auch der Royal Botany Garden trägt einen großen Teil zum Wöhlfühlcharakter dieser Stadt bei...


auch wenn man merkt das nun langsam der Herbst (nur noch ca 23´C am Tag) Einzug hält

etwas größer als m(d)ein Bambus im Glas von Ikea








Einzigartige Malereien und Graffitis ziehen sich durch die gesamte Stadt um von uns bestaunt zu werden (konnte aus Zeitgründen leider nicht alle 253 Bilder hochladen, die ich davon geknipst habe)














Ende April hieß es ´back to Germany´, anläßlich der Hochzeit meiner liebsten Schwester.
Um meine Familie ein paar Tage eher zu überraschen, hatte ich allerdings den turbulenteste Flug meines Lebens vor mir. Wenn einmal der Strom kurz ausfällt, die Sauerstoffmasken vor dir hängen und sich dein Sitznachbar von dir verabschiedet, überkommt einen doch ein leicht mulmiges Gefühl.

But no worries! Ca 5 Stunden später entschuldigte sich der Pilot einmal kurz bei den Passagieren für die Mitnahme diverser Luftlöcher und das Todesgebrüll mancher Frauen und Kinder ging lagsam in friedlichen Schnarchen über...

Am 3. Mai wars dann soweit - beide sagten ´ja´zueinander und ich hab jetzt einen großen Bruder. Fetzt! Und scheen wars, allerdings konnte ich mich nach zwei Wochen nur schwersten Herzen von meinen Liebsten trennen, die mir alle großartige zwei Wochen beschert haben! Tausend dank noch einmal an dieser Stelle - ich hätte gern so viel mehr Zeit mit euch verbracht, aber Australien verlangte wieder nach meiner Anwesenheit  

half - time! 6 months done, 6 months to go

Kulturell hat Melbourne natürlich auch einiges zu bieten. Nicht umsonst wurde sie zur lebenswertesten Stadt der Welt ernannt, wobei direkt dahinter Leipzig kommen muss!

Beim entertainment programm kann sich LE vielleicht nochwas abgucken

Vom Comedyfestival in unseren Anfangswochen bis zum Jazzfestival bei Abreise, ist in Museen (und deren hunderten Ausstellungen aus aller Welt) Kabaretts, Surfclubs, Clubs & Casino alles zu erleben, was das Herz begehrt.





Kurz vor meinem Abflug nach Deutschland bekam ich die Anfrage, ob ich auch als Pokerdealerin im größten Casino der südlichen Hemisphäre, dem ´Crown Casino´ arbeiten würde. WAS FÜR EINE FRAGE!! LOGISCH!

Das entsprechende Training und den Polizeicheck galt es noch zu meistern und schon saß ich mitten drin im Glücksspielzirkus, indem auch mal ein neuer Mercedes ´irgendwas´ verzockt wurde und innerhalb von fünf Minuten den Besitzer wechselte.


Allerdings ergab die Kalkulation der restlichen Reisekosten, dass ich zwar mit meinen drei Arbeitsplätzen ganz gut da stand, aber da der Winter naht, fielen alle Schichten in der Pizzeria weg und Mike zapfte im Melbourner Hofbräuhaus auch nur drei Tage die Woche Bier. 
Mitte Mai - es musste also eine neue Geldquelle an Land gezogen werden und schweren Herzens entschieden wir uns  nochmal zwei Monate Farmwork durch zuziehen.




endlich erklärts mir mal einer!




Aber bis dahin gab es die letzten zwei Maiwochen noch viel zu erkunden, zu sehen und zu entdecken. Nicht ohne sich immer mal wieder schwer zu wundern...


passender kann man den Abholservice von Burger King kaum wählen
Flinders Street Central Train Station & die Entdeckung einer neuen Funktion meiner Kamera ;)








Also ich fand beide Gestalten sehr fotogen













Melbournes Frackträger


Mein Fahrrad hab ich erfolgreich verkauft, weil ich es in Zukunft nicht mehr brauche und Mike bekam durch den Besuch zweier Meißner in Down Under auch ein kleines Heimatgefühl geschenkt.


 






Thx again Julie & Mat for the really lovely evenings! And the Nutella! AND your Surfboard!!!
Wir werden gut darauf aufpassen, auf jeder Welle die uns noch mitnimmt.
















Ein ´must see´ waren am letzten Tag in Melbourne die ´Victoria Markets´. Ähnlich wie beim Fischmarkt in Hamburg und den Sydney Markets gabs hier alles zu kaufen was der Mensch braucht. Oder eben auch nicht. 





Von Lebensmitteln bis Perücken - alles dabei



Und wenn man keine Eier brauch, dann vielleicht gleich das ganze Huhn?!







"Bedauerlicherweise ist dieser schöne Ort noch nicht das Ziel der Reise.
Wir fahren also fort" 

                                 Frantz Wittkamp


St. Kilda Beach

St Kilda Hafen mit Blick auf Melbourne